Wie wichtig ist die Einkommenssicherung bei der privaten Altersvorsorge?

In diesem Artikel gehe ich für Sie auf ein Thema zur Altersvorsorge ein, was in meinen Augen den Grundbaustein zur privaten Altersvorsorge legt. Es geht um eine Betrachtung Ihrer gesamten Vorsorge. Der große Vorteil dieser Vorgehensweise bei der Planung für Ihre Altersvorsorge ist, dass Sdadurch die private Altersvorsorge erhalten bleibt.


Nehmen wir mal an, Sie haben sich nach Beratungen für eine private Altersvorsorge entschieden. Dabei soll es jetzt hier erst einmal keine Rolle spielen, welche Produktart (Riester Rente, betriebliche Vorsorge, Rürup Rente oder private Rente) Sie für die Altersvorsorge nutzen. Gehen wir einmal davon aus, dass Sie eine betriebliche Altersvorsorge als Entgeltumwandlung bei Ihrem Arbeitgeber nutzen. Durch staatliche Förderungen zu Ihren eigenen Beiträgen und eventuellen Arbeitgeberbeiträgen, die Ihre Firma direkt für diese Vorsorge an die Versicherungsgesellschaft abführt, liegt Ihr monatlicher Brutto-Beitrag zum Beispiel bei 250€. Eine Menge Geld, wovon Sie selber ca.100€ netto aufwenden müssen.

Wie sieht es aber aus, wenn nun plötzlich kein Arbeitgeber mehr Ihre Beiträge zur Altersvorsorge bezahlt?

Dieser Fall kann nur eintreten, wenn Sie dauerhaft nicht mehr befähigt sind, Ihrer beruflichen Tätigkeit nachzugehen. Ob das passiert oder nicht, können Sie in meinen Augen so gut wie gar nicht beeinflussen. Es geht hierbei nämlich um das Thema Erwebsunfähigkeit. Sei es durch eine unerwartete lange Krankheit oder durch einen plötzlichen Unfall. Bei einem Unfall werden Sie sicherlich schnell wieder genesen. Geschieht der Unfall während der Arbeitszeit wird die Genesung zusätzlich durch die die Berufsgenossenschaft unterstützt. Dies bedeutet aber auch, dass Sie im schlimmsten Fall auf 30% Ihres Lohnes verzichten müssen, weil ab der 6. Woche die Krankenversicherung ein geringeres Krankengeld weiter bezahlt. Dies ist meist mit einer Krankentagegeldversicherung KTV beitragsgünstig abgedeckt.


(Hinweis: Selbstständige müssen hier dringend aufpassen, denn hier ist kein Arbeitgeber, der den Lohn solange weiter bezahlt, bis die Krankenversicherung diese Leistung übernimmt).


Bleiben Sie also länger krank, werden Sie als Arbeitnehmer ab der sechsten Woche nicht nur weniger, rund 70% vom Einkommen, überwiesen bekommen, sondern müssen ab diesem Zeitpunkt bereits Ihre private Altersvorsorge komplett selber bezahlen. In meinem Beispiel wären es also 250€ anstatt der 100€. Was aber, wenn Sie nun wirklich dauerhaft nicht mehr Ihren Beruf ausüben können? Irgendwann wird die Krankenkasse dies überprüfen, werden dann als erwerbsunfähig eingestugt und bekommen nur noch maximal 30% Ihres Einkommens von der gesetzlichen Erwerbminderungsrente (ältere Berufsgruppen vor 1961 geboren erhalten 60%). Das damit nichts mehr zusätzlich bezahlt werden kann, außer Miete und wenige Lebenshaltungskosten, dürfte jedem spätestens hier einleuchten. Erwerbsunfähige erhalten allerdings weitere Einzahlungen auf das eigene gesetzliche Rentenkonto. Bleiben Sie also dauerhaft erwerbsunfähig, bleibt Ihnen somit wenigstens die gesetzliche Rente, enden aber eventuell doch in der Altersarmut. Die private Altersvorsorge wird also schon ab der sechsten Woche der Krankheit, unbezahlt bleiben.

Hier hilft nur eine private Berufsunfähigkeitsversicherung ´BU´ bzw. eine private Erwerbsunfähigkeitsversicherung ´EU´, die das Einkommen dauerhaft vor dem Verlust schützen.

Einen Einkommensschutz können Sie zunächst direkt in einer Renten-&Lebensversicherung zur privaten Altersvorsorge mit versichern (Berufsunfähigkeitszusatzversicherung-BUZ). Der zusätzliche Baustein-BUZ in der privaten Altersvorsorge ist dabei für mich ein unbedingtes „minimum an Versicherungsschutz“, wenn man keine BU Versicherung abschließen kann, weil diese zu teuer erscheint. Der Zusatzbaustein ist meist günstiger, da hier nur der Beitrag dieser Rentenversicherung abgesichert wird. Außerdem gibt es einige Gesellschaften, die eine vereinfachte oder keine Gesundheitsprüfung dabei anbieten. Dies ist von großem Vorteil, wenn Sie Vorerkrankungen haben, um diesen Schutz überhaupt zu erhalten.

Oder Sie schließen eine private bzw. selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung BU/ Erwerbsunfähigkeitsversicherung EU mit einer Rentenhöhe über ihre gesamte Versorgungslücke ab. Also über sämtliche Lebenshaltungskosten & Rentenversicherungsbeiträgen. Die BU wird immer dann leisten, wenn Sie dauerhaft (meist länger als 6 Monate) ihren Beruf zu mind. 50% nicht mehr ausüben können. Etwas anders, dafür aber meist günstiger als eine BU, fällt der Schutz der EU aus. Hier erhalten Sie aber nur dann eine mtl. Rente, wenn Sie dauerhaft weniger als 3 Std. Ihrer Arbeit nachgehen können. Wichtig dabei ist das Wort „Ihrer“ weil dies ein privates Produkt ist. Zur Erinnerung: Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente leistet nur, wenn Sie 3 Std. irgendeiner Tätigkeit nachgehen können. Ein ganz erheblicher Unterschied zwischen der gesetzlichen Leistung und der privaten EU. Und auch hebt sich in der Definition die BU ein klein wenig von der EU ab.

Alle drei Varianten dienen aber nur einem eizigen Zweck, den Lebensstandard bei dauerhafter Erwerbsunfähigkeit zu erhalten und gleichzeitig die private Altersvorsorge nicht zu gefährden.

2 Fliegen mit einer Klappe

Sollten Sie also dauerhaft erwerbsunfähig werden bzw. bleiben, wird nun ihre Altersvorsorge entweder von einem Versicherungsunternehmen über den Zusatzbaustein ´BUZ´ komplett für sie weiter bezahlt oder sie können über die mtl. Renteneistung aus der  BU/EU-Versicherung die Beiträge zur Altersvorsorge selber bezahlen. In beiden Fällen bleibt aber Ihre private Altersvorsorge zunächst erhalten!


Deswegen möchte ich Ihnen grundsätzlich dazu raten, immer nach einer Art Pyramide zu versichern. Erst das Gehalt und Einkommen, danach die Altersvorsorge und Kapitalanlagen. Erst danach empfehle ich spekulativ zu handeln.

pyramide

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