Parteien Mikado-Wer bewegt am wenigsten für Rentner ?

ZDFSIVDie große Koalition möchte die gesetzliche Rente verbessern. Ist dem so oder sind das nur leere Worthülsen, wenn man sagt „Wir haben verstanden“? Nach dem Sommerinterview der Kanzlerin im ZDF fallen dieselben durchhalte Parolen wie zuvor. „Die Rente sei bis 2030 stabil.“

Nachdem die Regierungspartner den Koalitionsvertrag vorgestellt haben, dachte man tatsächlich, dass diese „verstanden hätten“. Bei der Rente soll zunächst das Rentensystem gestärkt und stabilisiert werden. Sodass man 2030 nicht noch weniger Rente bekommt, weil immer weniger in das System einzahlen. Man spricht dabei immer wieder vom sogenannten Rentenniveau.

Worum geht´s denn bei diesem komischen Rentenniveau wirklich ?

Dazu müssen Sie wissen, was es mit diesem Rentenniveau auf sich hat. Es ist nämlich nur eine feste Rechengröße für einen sogenannten „Eckrentner“. Dieser Eckrentner muss 45 Jahre das Durchschnittseinkommen aller deutschen Bürger verdienen, um eine bestimmte Rentehöhe pro Jahr angerechnet zu bekommen. In 2018 müssen sie also knapp 37.900€ verdienen, um für das Jahr 2018 – 32€ Rente angerechnet zu bekommen.
Verdienen Sie also 45 Jahre lang 37.900€, erhalten Sie nach der Rentenformel mtl. 1.440€ Rente im Alter. Dieses Niveau wird seit Jahren zwangweise immer weiter abgesenkt, weil immer weniger in die gesetzliche Rente einzahlen, aber immer mehr Menschen Rente beziehen wollen. Dies hat eine immer älter werdende Bevölkerung als Ursache und die Generation der sogenannten Babyboomer die ab ca. 2030 Rente beziehen werden. Und damit man in Zukunft nicht weniger als 1.440€ Rente erhält, soll dieses Rentenniveau nicht unter 48% absinken dürfen.


Aber ist das Rentenniveau wirklich Problem der Rentner? . . .

Das Einkommen: Es geht bei der Altersarmut vielmehr darum, dass immer mehr Menschen von vornherein diese 37.900€ gar nicht verdienen. Das ist der Tatsache geschuldet, dass viele Arbeitnehmer zu Billiglöhnen arbeiten müsse, Firmen aber trotzdem bei einer steigenden Globalisierung konkurrenzfähig bleiben müssen und deswegen nicht unendlich hohe Löhne bezahlen können. Betroffen sind davon bereits 220 Berufe in Deutschland und der Mindestlohn mit aktuell 8,54€ (bald 9,54) also knapp 16.400€. „Sie erinnern sich noch, man braucht aber 37.900€ als Eckrentner! Das wäre dann ein Stundenlohn von 19,68€“

Gebrochene Erwerbsbiografien: Dazu kommt noch ein weiteres Problem für die Bürger. Viele handwerklichen Berufe oder Berufe mit hoher körperlichen Anstrengung werden doch meist kaum bis 67 durchgehend Arbeiten können. Dazu gehören z.B Fliesenleger, Dachdecker, Bauarbeiter und gerade auch völlig überforderte Pflegekräfte.

„Haben Sie schon einmal eine 66-jährige Krankenpflegerin, Tierarzthelferin oder einen 70-jährigen Dachdecker gesehen? Nein? Solange fordert aber jetzt aktuell die CDU arbeiten zu gehen künftig und sucht sich so den Weg des geringsten Wiederstandes bei einer Rentenreform aus“

Ach ja und da wären dann noch unsere Kindererziehende Bürger. Diese verzichten meist ganz auf eine Stelle bei neugeborenen, um diese auch nach der beruflich geregelten Auszeit als Mutter weiter zu erziehen. Vollkommen richtige, aber wieder zum Verlust der vollen Rente für diese Jahre. Und danach? Fängt eben dieser erziehende Bürger meist nur mit einer Halbtagsstelle an, weil das Kind nach der Schule Betreuung braucht. Also ca. 6-10 Jahre Einbußen bei der Rente.

Erwerbsgeminderte: Natürlich werden diese oben genannten, meist erkrankten, Arbeitnehmer wieder in den Arbeitsmarkt integriert, indem Sie umgeschult werden. Dann stellt sich aber direkt die nächste Frage. Werden diese älteren umgeschulten Arbeitnehmer auch dasselbe Einkommen wie zuvor erhalten? Natürlich nicht, was wieder Verluste bei der Rente zur Folge haben wird. Und bleiben erkrankt, partizipieren erwerbsgeminderte Arbeitnehmer nicht mehr an Lohnerhöhungen, was ebenfalls höhere Renten ausschließt. Und falls das nicht reicht ist bewiesen, dass diese, dann umgeschulten, Arbeitnehmer gar keine Anstellung mehr finden in Ihrem Alter.

. . . Ist also das Rentenniveau also DAS Problem Nr.1 der Bürger? NEIN ! Denn die SPD besteht auf eben diesem Rentenniveau, als gäbe es nichts Wichtigeres im System der gesetzlichen Rente zu bewältigen, was eben keine Lösung gegen Altersarmut ist. Aber aktuell sehr wichtig ist, um das System irgendwie zu stabilisieren. Und die CDU ? Sie plädiert weiter für die Rente mit 70.

Das einzige was eine globale Lösung dar stellen würde, wäre eine Grundrente von 1.200€ für 40 Berufsjahre einzuführen. Zusätzlich zum bisherigen Rentensystem aber unabhängig genug von Löhnen finanziert, um der Globalisierung stand zu halten und den „Sozialstaat“ aufrecht zu erhalten.

„Dieser visionären Lösung, welche natürlich einen Paradigmenwechsel im Rentensystem darstellen würde, sind wir dank hervorragender Lobbyarbeit bei der Union und wahltaktischen Gründen der SPD aber leider Lichtjahre entfernt!“

Im Übringen eine Lösung, die alle Länder um uns herum bereits eingeführt haben!