GroKo 4.0 – Verhindern parteipolitische Spielchen jetzt dringend benötigte Reformen?

Seit dem 07.02.2018, über 100 Tage nach der Bundestagswahl, gibt es doch tatsächlich in Deutschland noch Parteien die auch „anscheinend“ regieren wollen. Oder vielleicht doch nicht?  Während die FDP eine Verantwortung für den Bürger gänzlich verweigert, meinen Mitglieder inerhalb der SPD immer noch parteipolitische Spielchen über die wirklichen Interessen des Bürgers stellen zu müssen.

So werden zweitrangige Themen wie das Krankenkassensystem, welches keine Unversorgung aufweist(was ich weiter unten erkläre), ein eher temporäres Asylproblem, sowie ein angeblicher Verlust an sozialdemokratischen Werten als weitaus wichtiger angesehen. Wichtiger anscheinend als dringend benötigte Reformen bei der gesetzlichen Rente&Pflege. In beiden Systemen liegt bereits heute schon eine Unterversorgung vor und werden in Zukunft noch viel größere Versorgungslücken aufweisen. Und alles scheint sogar wichtiger zu sein, als ein wirtschaftlich stärkeres Europa für gesicherte Arbeitsplätze beim Exportweltmeister Deutschland, was im Umkehrschluss zu weniger Rentenerwerbsmöglichkeiten führen würde.

Aber was steht wirklich über eine künftige bessere Versorgung durch Altersrenten, Pflege und der Gesundheit inhaltlich in den verhandelten Punkten?


Zunächst dem, in meinen Augen, wichtigsten Punkt der verhandlet wurde: Nämlich, dass es die SPD anscheinend geschafft Merkels Rentenstillstand zu beenden, den Sie bis vor kurzem noch verteidigte „die Rente sei bis 2030 stabil“.

Warum das so wichtig ist, werde ich Ihnen weiter unten noch einmal ganz deutlich begründen.


Schauen wir aber uns ersteinmal die geplanten finanziellen Leistungen bei der Altersrente an:

In den letzten 4 Jahren hat man entlich einmal einen wirklichen Versuch unternommen, die gesetzliche Altersrente für die Menschen nachhaltig zu stabilisieren, und eine drohende Altersarmut zu bekämpfen. Denn bisher glich die Rentenpolitik der letzten Jahrzehnte eher einem Flickenteppich, statt richtigen Reformen. So wurde z.B. ein, in meinen Augen  noch zu geringer, Mindestlohn eingeführt, die Anwartschaften für erwerbsgeminderte Menschen von 60 auf 62,3 Jahre angehoben, die Mütterrente eingeführt und eine eher wirkungslose Mietpreisbremse gestaltet. Leider Reformen die noch nicht weit genug gingen und auch das Rentensystem belastet, wie ich bereits in meinem letzten Block vor der Wahl „Die Rente ist bis 2030 sicher Merkelt die Kanzlerin vor sich hin“ beschrieben habe.

Aber es wurde auch eine doch sehr effektive Stärkung der Betriebsrenten und der Riester-Rente vorgenommen. Und auch die Pflege hat man in dieser Zeit bereits komplett auf den Kopf gestellt. Wodurch pflegebedürftige Menschen nachweislich mehr Leistungen erhalten, als vor dem Pflegestärkungsgesetz II. Viele Ideen die in die richtige Richtung gingen, aber nur noch nicht weit genug umgesetzt wurden.


Ich bin allerdings sehr froh darüber Ihnen sagen zu können, dass die Politik nun anscheinend viele der Probleme für Altersarmut richtig im kranken System erkannt hat und diese auch bekämpfen möchte.

So sollen Miet- &Eigentumsprobleme erheblich bekämpft & finanziell gefördert werden, damit Mieten nicht mehr die spätere Altersrente belasten bzw. weniger als bisher können . Dafür wird auch das Baukindergeld mit 12.000 € pro Kind wieder eingeführt, die Mietpreisbremse verschärft und der soziale Wohnungsbau für rund 1,5 Millionen Wohnungen gefördert. Darüber hinaus soll das Sozialgesetzbuch nochmals geändert werden, um im Falle einer Arbeitslosigkeit das selbst genutze Wohneigentum vor einer Verwertung zu schützen, damit die Bürger diese / Ihre Immobilie auch im Alter (fast) kostenlos nutzen können.

Kommentar:„Eigentum ist in meinen Augen einer der größten und wichtigsten Vorteile im Kampf gegen Altersarmut“

Die ständige Unterbrechung von befristeten Arbeitsverhältnissen soll durch ein Recht auf Wiederkehr zur Vollzeit garantiert werden. Die Betreuung bei Kita´s und nun auch neu bei Grundschulen soll weiter ausgebaut werden.

Kommentar:„Gerade diese Punkte helfen Müttern, mit einer oftmals gebrochenen Erwerbsbiografie wegen der Erziehung von Kindern, um so wesentlich früher wieder Rentenanwartschaften für das Alter erwerben zu können“

Auch werden nochmals Einbußen bei der Rente für erwerbsgeminderte Menschen weiter gesenkt, indem künftig die Rentensprüche bis 65,8 Jahre weiter angerechnet werden. Dies macht für die betroffenen Personen, bei einem aktuellen Durchschnittsgehalt in 2017 rund 108€ mehr Rente aus, die sonst keine Möglichkeit haben weiter Arbeiten zu gehen. Auch wird die Mütterrente weiter ausgebaut, für Mütter mit 3 Kindern.

Kommentar: „Wobei dieser Punkt leider die stabilität der Rentenvesicherung weiter belasten wird“

Die Freigrenze für den Elternunterhalt bei Pflege soll drastisch auf 100.000€ angehoben werden.

Kommentar: „Dies hat auf den 1 & sogar 2. Blick nichts mit Rente zu tun sondern mit Pflege, aber auf den 3 Blick liebe Leser! Denn dies bedeutet für gut 80% der Bevölkerung, dass Sie nicht mehr für die teure Pflege der Eltern oder der Schwiegereltern aufkommen müssen, sodass die private Altersvorsorge weiter angespart werden kann und somit geschützt wird“.

Es ist auch geplant, dass Selbstständige die noch in kein Versorgungswerk einzahlen, nun verpflichtet werden sollen für die Rente zu sparen. Hierbei handelt es sich überwiegend um die Selbstständigen, die bisher nicht für das Alter vorsorgen. Allerdings bleibt die Freiheit erhalten, indem man die Wahl zwischen der gesetzlichen Rentenversicherung und der sogenannten Rürup-Rente haben soll. Beide Pflichtbeiträge sind steuerlich absetzbar. Damit sollen später weniger Selbstständige  Grundsicherung beziehen müssen und würden ein weiteres System, die Sozialhilfe, somit finanziell entlasten.
Zusätzlich werden klein Selbstständige bei dem Mindestbeitrag zur Krankenversicherung entlastet. Denn dieser soll um knapp 50% herab gesetzt werden.

Es wird wohl auch die sogenannte Lebensleistungsrente / Solidarrente eingeführt werden. Dieser Schritt ist überaus wichtig und wird mehr Rentenleistung zur Folge haben. Man wird nach einer Prüfung des Anspruchs in jedem Fall 10% über der Grundsicherung liegen, wenn man 35 Beitrags-Pflege und Kindererziehungszeiten vorweisen kann. Dies sind gute 10 Jahre weniger als bei der Regelaltersrente mit 45 Jahren. Das Wichtige daran wird aber sein, dass westenlich mehr alte Menschen diese Rente beantragen werden, weil es nicht mehr über die Sozialleistungen laufen, sondern direkt über die Rentenversicherung. Somit entfällt für viele das Gefühl als bedürftig zu gelten.

Kommentar: „Leider wurde aber genau hier einer der wichtigsten Punkte vergessen oder blockiert. Nämlich die Tatsache, dass die Rente künftig zunehmend einer Versteuerung unterliegen wird und dass diese Lebensleistungsrente sich drastisch der Steuerfreigrenze annähert. Dies in Kombination mit der letzten Reform von 2017, der Freigrenze auf private Altersvorsorge, wird den Rentner den gerade erworbenen finanziellen Vorteil wieder weg nehmen. Von daher fehlt weiterhin eine Steuerreform für Rententer, welche gut mit der geplanten Komission 2020 umgesetzt werden könnte!„.

Die Haltelinie für ein Rentenniveau bei 48% und eine Obergrenze für Beiträge bei 20% sind dabei eher für die Stabilisierung der Rentenversicherung gedacht. Aber auch hier wurde das erkannt was ich seit langem bemängel, nämlich dass das Rentenniveau nichts mit Altersarmut zu tun hat.

Und noch ein Punkt fürht im weiten Sinn auf die eigene Rente zurück. Die Stärkung der europäischen Wirtschaftspolitik. Ein Feld sticht ganz besonders hervor. Die sogenannte Seidenstraße, welche China plant um den asiatischen Bereich wirtschaftlich zu vernetzen. Wird also Europa nicht gesärkt, wird der Exportweltmeister Deutschland geschwächt. Dies zu lasten von Arbeitsplätzen und letztentlich auch zulasten der Rentenanwartschaften der Bürger.

„Sie sehen jetzt schon wie viele Inhalte die Rente bereffen. Aber es geht noch weiter. Alle weiteren Inhalte zur Rente habe ich in der Tabelle unten für Sie zusammen gefasst“.


Und nun komme ich noch einmal zu dem, für mich, aller wichtigsten Punkt überhaupt bei einer möglichen neuen Regierung: Nämlich, dass die SPD es anscheinend geschafft Merkels Rentenstillstand zu beenden, wo Sie ja bis vor kurzem noch glaubte, die Rente sei bis 2030 stabil.

Eine Rentenkomission soll bereits bis 2020 einen Bericht für eine nachhaltige Reform der gesetzlichen Rente vorgelegt haben. Statt wie die Union es wollte erst ab 2030!

Warum ist dieser Punkt für mich viel wichtiger, als alle parteipolitische Machtspielchen zusammen?
Ganz einfach! Der Rentenbericht 2017 hat ganz deutlich klar gemacht, dass trotz boomender Wirtschaft und einer historisch geringen Arbeitslosigkeit die vielen Beitragszahler zum Rentensystem jetzt schon nicht mehr ausreichen und die Rücklage der gesetzlichen Rente in 2016 um rund 1 Mrd. Gesunken ist.

(Man muss dafür auch folgendes Wissen: Der Rentenbericht geht einfach davon aus, dass bis 2025 ein wirtschaftlicher Zuwachs von rund 1,5% stattfinden wird, Löhne weiter steigen werden, weiterhin mehr Menschen eingestellt werden und somit noch mehr Beitragszahler in das Rentensystem einzahlen werden. „Lieber Leser, wenn, wenn, wenn!“ Parallel dazu steigen in dem Bericht aber auch die Probleme bei den Ausgaben weiter an, woran auch Mütterrenten schuld sind weil Sie vom System und nicht von Steuern bezahlt werden, und es wird von Familiensiutaionen statt Singels ausgegangen, was oftmals in der Realität gar nicht der Fall ist im Alter. Das Fass läuft dann spätestens über, wenn erwerbsgeminderte Arbeitnehmer ebenso so stark zunehmen, wie eine immer älter werdende Gesellschaft). „Man versteht also warum die GroKo 4.0 Haltelinien einführen muss und es auch durchführen wird“.

Man geht also künftig von glanzvollen wirtschaftlichen Zeiten aus. Aber was ist, wenn nun die Wirtschaft wieder zurückgeht, viele den Arbeitsplatz verlieren, dadurch wieder weniger in die Rente einzahlen werden und parallel dazu auch noch Mieten ansteigen?

Erschwerdend kommt dann auch noch dazu, dass die Renten zunehmend bis 2040 immer mehr besteuert werden, sodass künftig auch immer mehr kleinere Renten von einer Steuerzahlung betroffen sein werden. Bisher wurden diese aufgrund von Steuerfreigrenzen noch eher verschohnt. Neben den ganzen Finanzierungsproblemen wird dieser Punkt dann das i-Tüpchelchen sein, was das Fass zum überlaufen bringen wird.

Und so wundert es mich nicht, dass trotz der guten Konjunktur nun auch bereits der deutsche Bundesrat davor warnt, wichtige Reformen bei der Rente weiterhin zu vernachlässigen oder zu blockieren.    

 


Wir haben also jetzt schon einen Rentenbericht der davon ausgeht, dass heute schon nicht mehr die Beitragszahler ausreichen, um die Rentenbezieher zu bezahlen und mahnt sogar die private zusätzliche Vorsorge an. Dazu werden künftig noch mehr Menschen in Altersrente gehen, als Beitragszahler nachrücken werden. Die sogenannten Babyboomer werden zwischen 2030–2040 in Rente gehen. Auch geht man davon aus, dass der Arbeitsdruck zu mehr erwerbsgeminderten Personen führen wird, was steigende Ausgaben im Rentensystem hervorrufen wird.

Aktuell scheinen aber ganz andere Themen wichtiger zu sein. Die sogenannte Bürgerversicherung. Hierbei sollte man wissen, dass es in der Krankenversicherung 2 Leistungskataloge gibt. Einen für die Grundversorgung, die in beiden Systemen gilt PKV & GKV und somit keine Unterversorgung des Bürgers garantiert. Jeder erhält nämlich weiterhin eine Behandlung bei einem Beinbruch, oder nach einem schweren Unfall, einer Reha Maßnahme oder eine Therapie, wenn es aus gesundheitlichen Gründen benötigt wird. Und einen Leistungskatalog für die Zusatzversorgung bzw. Zusatzleistungen. Ebenso wurde über ein, im Vergleich zu den Problemen des Renten-&Pflegesystems, absolut temporäres Problem dem Asylrecht heftig gestritten, was nicht nur ein nebensächliches Problem darstellt, weil vieles über EU-Richtlinien geregelt wird, sondern auch noch in 15 Jahren völlig vergessen sein wird. Nämlich dann, wenn die wirklichen Renten&Pflegeprobleme auftauchen werden. Zu guter letzt finden Teile der SPD sich in dem Programm nicht wieder und meinen nun gegen eine GroKo stimmen zu müssen.

Vergleicht man aber die Prioritäten beider Sozialsysteme Krankenversicherung/Asyl mit Rente/Pflege wird man schnell feststellen, dass das Renten & Pflegesystem weitaus dringlicher behandelt werden muss, als ein Krankensystem wo die Grundversorgung, trotz mehrerer unannehmlichkeiten, sichergestellt ist und auch noch nie wirklich in Gefahr war.


Kommentar: Folgen also jetzt keine weiteren Reformen bzw. holen diese nach, um das Rentensystem zu stabilisieren und um Altersarmut zu bekämpfen, werden unwiderrufliche mathematische Effekte eintreten, die nicht mehr korrigierbar sein werden bzw. nur noch mit erheblichen Beiträgen jenseits der 25% oder mit einer Absenkung des Rentenniveaus auf 30%. Beides zu verhindern wird aufgrund des ´umlagefinanzierten Rentensystems´nicht funktionieren. Möchte man beide nicht wird dies in einer verlängerten Arbeitszeit mit 70/75 Jahren mathematisch enden müssen. Ganz abgesehen davon ob die Union später einer Rentenkomission immernoch so offen gegenüberstehen würde?

 


kommt ist

geplant

Inhalt Mehr Rente Stabili-

sierung

X   >Rentenniveau 48% / Beiträge nicht mehr als 20%

>Bis 2025 (vtl. wegen Rentenbericht 2017, -1Mrd.€)

X

ca. 180€

X

 

X   >Rentenkommission –Bericht bis 2020 für Stärkung aller 3 Säulen(Sozialpartner-Politik-und Wissenschaft)   X
X   >Lebensleistungsrente (mit Bedürftigkeitsprüfung)

>Nur 35 Jahre inkl. Pflege&Kinderzeiten – statt 45

>Von Rentenversicherung statt Sozialamt-Wichtig viele Schämen sich, etwas zu beantragen!

X

ca.60€ – 100€

 
  X >Eigentumsschutz von Wohneigentum vor Hartz4

Änderung im SGB

>Wenn Eigentum erhalten bleibt, bleibt erheblich mehr von der Rente „falls abbezahlt“

>Bei späterer Jobfindung kann dann weiter abgezahlt werden bis zur Rente

 

X

450€-1.000€

 
X   >Erwerbsminderungsrente anheben auf 65,8

>Danach Anhebung schrittweise weiter auf 67

> 1EP = 31,03 € in 2018

X

108€

 
  X >Vereinheitlichung der Riester-Rente ?

> weniger Kosten=Mehr Rente +mehr Steuern im Alter

>mehr Regulierung oder Sicherheiten führen zu gänzlich keiner Verzinsung mehr !

 

Weniger Rente

 
X   >Übergreifende Renteninformation für Bürger   X
  X >Flexi—Rente weiter ausbauen

>Länger arbeiten als 67 = mehr Steuern im Alter

X X
  X >Rentenpflicht für SB –GRV/Rürup

> später weniger Grundsicherungs-Empfänger

„Viele sind bereits in Versorgungswerken verpflichtet“

X

(Unwillige)

X

(Grundsicherung)

  X > 1EP für Mütter zusätzlich

>aktuell in 2018

X

31€

 
X   >Minijob bei Zeitungszustellen

>GRV ersten 5-Jahre-Beitrag des AG von 15% auf 5% senken.

? ?
  X > Ausgleich für DDR Frauen X

Bund und Länder

  X >Förderlösung für Ausgleich bei Ost-West Renten

>Für Härtefälle bei Grundsicherung ein neuer Staats-Fonds

>Prüfung auch für Spätaussiedler und Jüdische Flüchtlinge

X  
  X > Überprüfung unterschiedlicher Gewährung von Existenzsichernden Leistungen

> bei HEMR & VEMR ? „Unklarer Punkt“

X

?

 
       

Warum bis 67 arbeiten, wenn´s mit 63 auch geht?

In diesem Blog möchte ich Ihnen eine Sichtweise aufzeigen, die einen früheren Renteneintritt trotz hoher Rentenabschläge bei ihrer Altersrente zumindest überlegenswert macht.

Das in der gesetzlichen Rentenversicherung ein starkes Finanzierungsproblem vorliegt, wissen mittlerweile immer mehr Bürger. Das Renteneintrittsalter steigt bei jeder neuen Rentenreform an, weil die Kassen immer leerer werden. Aktuell ist ein Renteneintritt erst ab 67 Jahren möglich und sogar eine Erhöhung auf 70 Jahre im Gespräch. Warum sollten Sie also, bis 67 Jahre Arbeiten müssen und gehen nicht einfach schon mit 63 in den Ruhestand? Können Sie denn überhaupt noch bis 63 Jahre, geschweige denn bis 67 oder 70 Jahre arbeiten? Diese Frage stellen sich immer mehr Arbeitnehmer und wissen keine Antwort darauf, weil die Grundlagen des Rentensystems, welches seit 2005 versteuert wird, immer komplizierter werden. Unterschiedliche private Renteneinnahmen wie Riester-Rente, Betrieblichsrenten, private Rentenversicherung oder Mieteinnahmen führen dabei alleine schon zu einer unterschiedlich hohen Versteuerung im Alter. Da ist es schwierig den Blick für das wesentliche zu behalten, nämlich welches Produkt sich in welcher Kombination für das Alter am meisten eignet, um einer drohenden Altersarmut zu entgehen oder möglichst wenig Steuern bezahlen zu müssen.


Zuerst einmal ein kurzer fachlicher Rückblick auf das Jahr 2004. Dort wurde beschlossen, dass ab 2005 alle Renten „nachgelagert“ versteuert werden müssen. Die Höhe des Anteils der gesetzlichen Rente die bei den Finanzämtern versteuert wird, steigt seit 2005 von 50% bis 2040 auf 100% jährlich an. Im Klartext bedeutet dies für Sie, dass 2005 nur die Hälfte der gesetzlichen Rente und 2040 100% der gesetzlichen Rente versteuert wird. Weiterhin bedenken wir hier an dieser Stelle, dass sich die gesetzliche Altersrente pro Jahr um 3,6% verringert, wenn Sie vor der Regelaltersrente eine Rente beantragen. Dies soll nun unserer Grundlage dienen, warum Sie darüber nachdenken könnten, vielleicht doch eher in Rente gehen zu können.


01

Unse 1. Fall bildet dabei Klaus und ist Single, der 2040 mit 67 Jahren Eckrentner ist, und eine gesetzliche Altersrente von 1.500€ beziehen wird. (Weitere Renten wie eine Betriebsrente oder Riester-Rente möchte ich hier nicht mit ansprechen, da es hier nur um das Prinzip gehen soll).

Also muss Klaus 18.000€ bei seinem Finanzamt jährlich versteuern. Da er Single ist, muss er dafür rund 11% – 2.326€ Steuern bezahlen (Steuertabelle 2016).

Nun denkt sich Klaus, aber Moment mal ich kann doch auch schon mit 63 in Rente, möchte aber bis 65 doch noch Arbeiten. Er lässt sich einmal darüber beraten, was er dann an Rente erhalten würde. Der Berater rechnet Klaus vor: „Lieber Klaus Du musst aber bis 67 Jahre arbeiten. Frühestens darfst Du zwar schon mit 63 Jahren in Rente gehen, solltest aber wissen, dass Du dann jeden Monat 0,3% Rente verlieren wirst„.

02

Das wollen wir beide uns doch nun einmal genauer für Klaus ansehen! Da Klaus also nun schon mit 65 Jahren seine Altersrente beantragen möchte, werden ihm von seiner mtl. Rente 7,2% – 108€ abgezogen und es bleiben 1.392€ Rente übrig (16.704€ von 18.000€ p.a.).


Können Sie sich noch erinnern, diese Rente wird ja dann nur noch zu 98% versteuert, da Klaus ja 2 Jahre eher in Rente gehen wird, also 2038 undnicht 2040″. Dies mindert noch einmal die zu versteuernde Rente für Klaus.


Da Klaus nun weniger Rente erhält, muss er in Deutschland auch weniger Steuern dafür bezahlen. Auch das habe ich einmal für sie bereits in der Steuertabelle von 2016 nachgeschaut. Nun muss Klaus nur noch 1.858€ Rente statt vorher (Rente mit65) 2.326€ Steuern im Alter bezahlen.


Nun nehmen wir dazu einmal an, dass Kaus statistisch mit 90 Jahren versterben wird.  „Nichts gegen Klaus, aber mit irgendetwas müssen wir rechnen ob sich es lohnen würde früher Rente zu beziehen“. Also schauen wir uns dazu doch auch noch einmal an, wie viel Klaus bis zum statistischen Todesjahr von seiner Altersrente verlieren wird und wie hoch die Steuerersparnis dabei für ihn sein wird. Diese beiden Werte vergleichen wir dann einmal und schauen, was sich mehr Lohnt für Klaus? Bis 65 zu arbeiten oder schon mit 63 Renten trotz Abzügen zu erhalten!

Geht Klaus mit 65 in Altersrente muss er bis zum zum 90. Lebensjahr  58.200€ Steuern bezahlen. Ganz schön viel nicht wahr? Dafür erhält er aber eine Rente von 1.306€ nach Steuern.

Wenn Klaus schon mit 63 in Rente geht, wird er bis zum 90. Lebensahr „nur“ 49.896€ Steuern bezahlen müssen.


Die niedrigeren Steuern im Alter resultieren zum einen daraus, dass Klaus nun nicht mehr 100% sondern nur noch 98% Anteil seiner Rente versteuern muss. Weiterhin unterliegt Klaus einer geringeren Steuerlast und spart somit noch einmal Steuerzahlungen ein.


Die monatliche Rente wird dann aber nur um 40€ geringer ausfallen, obwohl ihm doch 108€ Rente abgezogen werden, wenn er mit 65 in Rente geht. Durch den Schritt mit 65 Jahren eine Rente mit Abschlägen zu beziehen, hat er somit aber auch natürlich einen nicht unerheblichen Rentenverlust bis zum 90. Lebensjahr. Aber dies gilt es abzuwägen.

Die nachfolgende Tabelle veranschaulicht das tatsächlich unglaubliche Ergebnis des komplizierten Rentensystems.001


Spielen wir diese Zenario auch einmal für einen Mindestlohn von 8,50€ durch. Was wird wohl passieren wenn dieser länger arbeiten wird, um sich seine Rente aufzubessern. Laut den Politikern soll man sich damit freiwillig seine Rente aufbessern dürfen. Man erhält dann pro Monat einen Zuschlag von 0,5% pro Monat zur Rente.

rente

Nehmen wir diesmla Dieter, der 45 Jahre für 8,50€ Mindestlohn arbeiten geht. Dafür erhält er eine Rente mit 65 Jahren von 612€ mtl. / 7.344€ jährlich welche er nicht versteuern muss.

 

 

Nehmen wir einmal weiter an, dass Dieter nur einen Büroarbeitsplatz hat und er in der Lage sein wird weitere 2 Jahre zu arbeiten. Dies ist die sogenannte Flexi-Rente der Regierung. Er erhält daruch 12% mehr Rente, also rund 685€ mtl. Rente / 8.220€ p.a. Auch diese Rente muss Dieter zwar nicht versteuern, reicht aber niemals aus, um Miete und Lebenshaltungskosten, geschweige denn einen Urlaub davon bezahlen zu können.

Dieter hat Damals auch erneut auf die Regierung gehört und spart privat in einer Riester-Rente. Rein rechnerrisch hat die Riester-Rente sich absolut gelohnt. Für einen  41€ (gleichbeibender Mindesteigenbeitrag über 45 Jahre) erhielt Dieter rund 13€ Zulagen vom Staat. Satte 31% Rendite erhielt er für sein Geld nur durch staatliche Förderungen. Bei einer 3% Verzinsung des Vertrages erhält Dieter nun im Alter zusätzlich noch einmal rund 205€ mtl. aus der Riester Rente.(Guthaben einfach kapitalisiert mit einem Faktor) . Ach ja! Dieter hat nun auch noch 2 Jahre länger in seine Riester-Rente eingezahlt als wenn er mit 65 Jahren gehen würde.

Für beide Renten, insgesamt 890€ mtl. /10.680€ p.a., muss Dieter nun rund 375€ Steuern im Jahr bezahlen, wenn er erst mit 67 in Renten gehen möchte, weil er ja seine Altersrente aufzubessern wollte und dies von der Regierung auch so empfohlen wurde.

Geht Dieter aber bereits mit 65  Jahren in Rente erhält er zusammen mit der Riester-Rente 807€ mtl./ 9.684€ p.a. Rente. Dafür wird er nur 171€ Steuern bezahlen müssen. Betrachtet man die beiden roten Zahlenwerde in der Tabelle, hat Dieter einen Nachteil in Höhe von rund 121€. Geht Dieter mit 67 in Rente muss er 204€ mehr Steuern bezahlen, hat dafür aber nur einen Mehrwert von 83€ Rente nach Steuern im Portmonee. Rente 4


Ich fasse dies noch einmal kurz Klaus zusammen:

  • Klaus wird dadruch, dass er früher in Rente geht nur 98% seiner Rente versteuern müssen.
  • durch den vorzeitigen Rentenbeginn vor der Regelaltersrente, erhält Klaus 7,2% weniger Rente.
  • wegen der geringeren Rente muss Klaus auch weniger Steuern zahlen
  • Klaus bleiben 28€ Rente Steuerfrei, welche er zuzüglich zur versteuerten Renten erhält .
  • Klaus hat einen Nachteil auf seinem Konto von 40€ Rente pro Monat, owohl ihm doch 108€ von seiner Rente abgezogen werden !

Ich fasse auch Dieter einmal kurz zusammen:

  • Dieter wird 83€ mehr aus seiner gesetzlichen und Riester-Rente erhalten, wenn er bis 67 freiwillig arbeiten geht .
  • Geht Dieter normal mit 65 in seine Altersrente muss Dieter 121€ weniger Steuern bezahlen und ihm bleibt dadurch ein Vorteil von rund 121€

In beiden Fällen lohn weder das Arbeiten bis 65, noch ein verlängertes Arbeiten bis 67 Jahre! 

Klaus und Dieters Entscheidung gilt aber nun nicht als Empfhelung für alle und vielleicht auch gar nicht für Sie. Wie oben angesprochen führen unterschiedliche Renten- bzw.Mieteinnahmen und die Lebensstellung im Alter zu völlig unterschiedlichen Betrachtungsweisen für jeden Menschen. Um so wichtiger ist es sich qualifiziert beraten zu lassen, um einen sogennannten Schichtenvergleich durchzuführen. Nur dieser Vergleich enthüllt die richtige Produktauswahl und Produktkombination für eine sichere Renten mit möglichst niedrigen Steuern für Sie und Ihre Familie im Alter.

3 Fliegen mit einer Klappe schlagen und Pflegekosten sogar verringern

Sorgenfrei durch VorsorgeIn diesem Artikel gehe ich für Sie auf ein Thema zur Altersvorsorge ein, was in meinen Augen den Grundbaustein zur privaten Altersvorsorge legt. Es geht um eine Betrachtung Ihrer gesamten Vorsorge. Der große Vorteil dieser Vorgehensweise bei der Planung für Ihre Altersvorsorge ist, dass Sie direkt 3 Vorsorgebereiche insgesamt betrachten und dadurch Beiträge bei der Pflegevorsorge tatsächlich einsparen können.


In dem ersten Artikel  dazu „Wie wichtig ist die Einkommenssicherung für die Altersvorsorge“ ging ich darauf ein, dass die Einkommensabsicherung, durch z.B. eine Berufsunfähigkeitsversicherung, die Altersvorsorge vor dem Verlust schützt. Zur Erinnerung:

Die Varianten der Einkommenssicherung dienen aber nur einem eizigen Zweck, den Lebensstandard bei dauerhafter Erwerbsunfähigkeit zu erhalten und gleichzeitig die private Altersvorsorge nicht zu gefährden!

2 Fliegen also mit einer Klappe

Sollten Sie also erwerbsunfähig werden, wird die Altersvorsorge entweder durch ein Versicherungsunternehmen über den Zusatzbaustein ´BUZ´ komplett für sie weiter bezahlt oder Sie können über die mtl. Renteneistung aus einer privaten  BU/EU-Versicherung die Beiträge zur Altersvorsorge selber weiter bezahlen. In beiden Fällen bleibt aber Ihre private Altersvorsorge zunächst erhalten!


Kommen wir also zur 3. Fliege, die wir mit dieser einen Klappe erschlagen können!

Bei einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung müssen sie wissen, dass diese auch im Pflegefall leistet und so Pflegekosten mit trägt. Werden Sie also nach einem Unfall und/oder einer langfristigen Krankheit auch noch pflegebedürftig, wird während dessen Ihre Altersvorsorge durch die private BU/EU weiter bezahlt.

Nun wird es aber etwas komplizierter diese drei Themen unter einen Hut zu bekommen. Aber auch das werde ich Ihnen näher bringen.

Wenn Sie also eine monatliche Rente aus Ihrer privaten Einkommenssicherung erhalten, wird diese mit den enorm hohen Pflegekosten für die Familie verrechnet. Dadurch entlasten Sie zunächst direkt finanziell Ihre Familie im Pflegefall. Egal ob während der Erwerbsphase oder in der Rentenphase. Sie werden nun zurcht sagen, dass die Einkommenssicherung doch bereits den Lebenshaltungskosten und der Absicherung der privaten Altersvorsorge dient. Und das zurecht!

Auch hier gibt es, wie sollte es anderes sein, eine Versicherung. Eine Pflegerentenversicherung ist eher für jüngere Generationen interessant, da sie hier für Pflegekosten vorab sparen und gleichzeitig abgesichert sind. Dies sind etwas höhere Kosten. Ab Rentenbeginn sind dafür aber keine Beiträge mehr für diese Versicherung zu bezahlen, obwohl weiterhin Versicherungsschutz bis zum Tod besteht. Eine Pflege-Tagegeldversicherung ist eine Zusatzversicherung bei einer Krankenversicherung und muss ein lebenslang bezahlt werden. Dafür ist diese Art der Versicherung beitragsgünstiger als eine Pflegerentenversicherung und somit für ältere Generationen von Vorteil.

Bei beiden Versicherungsarten zur Pflegeabsicherung trifft aber folgender Fall zu:  Durch die mtl. Rentenleistung aus einer Einkommenssicherung BU/EU, müssen Sie während des Erwerbslebens dann aber auch nur geringere und damit günstigere Beiträge zahlen, um die Pflegelücke zu schließen.

Denn Sie wissen ja, die Einkommenssicherung leistet auch im Pflegefall“

Dadurch bleiben parallel die Beiträge für eine Pflegeabsicherung während der Erwerbsphase geringer, als wenn sie die Lücke für Pflegekosten in voller Höhe abschließen müssten, weil Sie keine Einkommenssicherung besitzen.

Dazu bleibt ihre Altersvorsorge trotz Einkommensverlusten geschützt. Durch diese geschützte private Altersrente fallen somit dann auch die Pflegekosten für Angehörige im Alter geringer aus. Wenn man also davon ausgeht, dass die private Altersvorsorge erhalt bleibt für die Rente und man später ein Pflegefall wird, fällt somit auch die Versorgungslücke für eine Pflegeabsicherung für das Alter geriner aus.


Viele Vorteile also, die Einkommenssicherung gemeinsam mit der Altersvorsorge und der Pflegeabsicherung gemeinsam beraten zu lassen.

Ich habe dies in einer einzigen Grafik für Sie zusammengefasst, der Sie einfach folgen können. Entweder folgend Sie dem Pfeil, wenn Sie keine Einkommenssicherung zur Altersvorsorge abgeschlossen haben. Oder Sie folgend dem Pfeil wenn Sie zusätzlich mit BU/EU abgesichert sind.

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Kampf der Meinungen: Zulagen vs. Steuern – Was ist vorteilhafter für die private Altersvorsorge?

steuern-vs-zulagenEine Rentenversicherung ist meist sehr schnell von Beratern abgeschlossen. Durch fehlende Ausbildung,  Erfahrung und Verkaufsdruck bei Bankern und Vertretern stehen oftmals nur die Förderungen vom Staat im Vordergrund. Was ist aber, wenn Sie durch die Auswahl der vermeidlich richtigen Rentenversicherungen zu viele Steuern im Alter bezahlen müssen und dadurch eine geringere zusätzliche Rente im Alter zur Verfügung haben als wenn Sie ein anderes produkt gewählt hätten?

 


Das umlagefinanzierte Rentensystem wird weltweit von vielen beneidet. Und doch weist es in den letzten Jahrzehnten immer mehr Schwächen auf. Damals als stabil geltend, ist die Rentenhöhe heutzutage für Rentner alles andere als sicher. Jeder Bürger, der sich einen Anspruch auf Rentenleistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung erworben hat, wird auch in Zukunft weiterhin eine Altersrente erhalten.

Soviel ist für mich sicher!

Die monatliche Höhe dieser gesetzlichen Rente im Alter ist aber mittlerweile alles andere als sicher. So gehen Politiker und Forscher ab dem Jahr 2025 davon aus, dass man eine Altersrente im Verhältnis zum durchschnittlichen Arbeitslohn in Höhe von 47% erhalten wird. 2030 kann es sein, dass Rentner nur noch rund 42% vom Arbeitslohn erhalten werden. Nach 2030 liegen bisher sogar überhaupt gar keine Pläne vor, wie das Rentensystem danach aussehen wird. Was also nach 2030 aus dem Rentensystem wird oder wie sich die Höhe der Rente entwickeln wird ist also völlig ungewiss und steht noch in den Sternen.

Was dabei nicht betrachtet oder auch gerne mal verschwiegen wird, ist die spätere Versteuerung von Renten, welche durch das Alterseinkünftegesetz 2005 eingeführt wurde. Seit 2005 müssen künftige Rentner also nicht nur Krankenversicherungsbeiträge und Lebenshaltungskosten wie Essen, Miete Kleidung & Urlaube von der eigenen Rente bezahlen, sondern auch noch Steuern. Da Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung an die allgemeine Lohnentwicklung gekoppelt sind und nicht an die Inflation, also den Kaufkraftverlust durch ständig steigende Lebenshaltungskosten, ist die Wirkung der Inflation dabei der wichtigste Punkt, der viele unbemerkt in die Altersarmut stürzen wird.  Ständige Rentenreformen helfen nachweislich nicht gegen diese schleichende Altersarmut, sondern nur dem Versuch das Rentensystem Stabilität zu verleihen, um es irgendwie zu erhalten.

Was also bleibt anderes, als selber für seine Zukunft vorzusorgen, wenn man nicht in die Altersarmut abrutschen möchte?

Der Staat hat mittlerweile erkannt, dass er diese Mamut-Aufgabe nicht alleine bewältigen kann und fördert deshalb mit finanziellen Leistungen die Bürger schon während des Erwerbslebens. Hier bieten sich mittlerweile die verschiedensten Modelle an. Während es damals nur die kapitalbildende Lebensversicherung mit sehr guten Zinsen gab (seit 2017 leider nur noch 0,9%), gibt es heutzutage eine Vielzahl von Förder-&privaten Produkten, wodurch die Bürger dann aber meist sehr hohe Beiträge zur Altersvorsorge aufgewenden müssen.

Beginnen wir in der ersten Schicht, der sogenannten Basisversorgung:

Die private Rürup-Rente:
In dieser Schicht gibt es eine sogenannte private Basisrente auch Rürup Rente genannt. Die Höhe der Versteuerung dieser Renten steigt mit jedem Jahr an welches man später in Rente geht. Ab 2040 werden dann alle Renten aus dieser Schicht zu 100% versteuert. Dieser Anteil der Rente, der versteuert werden muss, bleibt ab dem Jahr des Renteneintritts dann allerdings immer gleich und steigt nicht mehr an. Gehen Sie also beispielsweise 2020 in Altersrente, müssen Sie nur 80% (dieser Anteil bleibt bis zu Ihrem Tod gleich) der Renten aus dieser Basisschicht versteuern. Weniger, als wenn Sie in 2040 in Renten gehen würden und dann 100% dieser Renteneinnahme versteuern müssten.

Alle Beiträge (Beiträge zur GRV+ Beiträge zur privaten BasisRente) aus dieser 1.Schicht dürfen während des Erwerbslebens jedes Jahr von der Steuer abgesetzt werden. In 2017 sind das ganze 22.300€ die abgesetzt werden dürfen. (Kurz nur dazwischen, die Beiträge dürfen heute nur zum Teil abgesetzt werden ansteigend bis 2015 dann mit 100%) Bei einer geschickten Berechnung der jährlichen Beiträge für diese private Basis-Rentenversicherung kann man sogar eine komplett steuerfinanzierte Rentenversicherung erhalten. Sie erhalten dann genau so viel Steuern über die Lohnsteuererklärung wieder zurück, wie Sie Beiträge bis zum Renteneintritt bezahlt haben.  Hinweis: Schießen Sie dabei über das Ziel hinaus und zahlen noch mehr Beiträge, erhalten Sie deswegen aber nicht mehr Steuern zurück.

Gefolgt von der zweiten Schicht den staatlichen Förderversicherungen:

Die private Riester Rente:
Oftmals zu Unrecht bemängelt wird die spätere Rentenleistung aus dieser Versicherung immer sofort ab Rentenbeginn zu 100% versteuert. Hier gibt es keine Möglichkeit durch einen frühzeitigen Renteneintritt weniger Steuern zu bezahlen wie in der 1.Schicht.  Dafür bekommt man aber währende des Erwerbslebens hohe Zulagen, welche direkt in den Vertrag von einer Zulagenstelle eingezahlt werden. In manchen Fällen erhält man sogar zusätzlich eine Steuererstattung über die Lohnsteuererklärung zurück. Diese Steuerrückzahlung wird ihnen dann auf Ihr Konto überwiesen, welche für weitere Atersvorsorge genutzt werden sollte! Aber aufgepasst, Förderungen die direkt in einen Vertrag fließen, führen auch zu einer höheren Rente im Alter und damit auch einer höheren Rentensteuer.

Die betriebliche Altersvorsorge:
Alte Betriebsrenten, vor 2005 sind steuerfrei. Betriebsrenten erhalten in Form einer sogenannten Entgeltumwandlung. Dabei bezahlt der Bürger in Wirklichkeit weniger von seinem Nettoeinkommen durch Ersparnisse bei Steuern & Sozialversicherungsbeiträgen, als er von seinem Bruttoeinkommen direkt an die Verischerung bezahlt. Die bAV wird wie die Riester Rente zu 100% im Alter versteuert. Dazu kommt allerdings noch die Tatsache, dass zusätzlich Sozialversicherungsbeiträge auf die Rentenleistung entfallen.  Hinweis: Somit kann man in diesem Fall sogar von 110%´igen Abgaben sprechen, während die Riester Rente nur zu 100% versteuert wird, obwohl sich beide Produkte in derselben steuerlichen Schicht befinden! Ab 2019 wird sogar ein verpfichtender Anteil Ihres Arbeitgebers eingeführt. Dies verpflichtend ab 2022 Tarifgebunden oder nicht.

Die betriebliche Riester-Rente: Ja so was gibt es mittlerweile tatsächlich!
Riestern kann man tatsächlich auch mit allen ogen genannten Vorteilen der bAV. Aber dazu kommen dann auch noch die Förderungen und hierbei müssen ab 2018 keine Beiträge zur Krankenkasse mehr bezahlt werden.

Die letzte und dritte Schicht – kapitalgedeckte private Vorsorge

Unter bestimmten Voraussetzungen (ich möchte hier nicht weiter darauf eingehen, da dies ein anderes Thema ist) werden Rentenzahlungen aus der sogenannten privaten Rentenversicherung heutzutage nur zu 18% versteuert. Rentenversicherungen die vor 2005 abgeschlossen wurden, sind und bleiben komplett steuerfrei im Alter. Dafür erhalten Sie hier aber keinerlei Förderungen oder Zuschüsse vom Staat.


Wie Sie nun also gelesen haben, werden alle Rentenarten unterschiedlich gefördert und im Alter besteuert. Immer in Abhängigkeit davon, wann ab wann man die Altersrente bezieht und wann diese Produkte abgeschlossen wurden.

Somit stellt sich die Frage, welche Beiträge zur geplanten Vorsorge in welches Produkt einzahlt werden sollte? Viele Vertreter und Banker umwerben Sie immer mit tollen Förderungen und Steuergeschenken. Aber wie sieht das Ganze im Alter aus? Das Steuergesetz unterscheidet da kaum. Hier werden die zu versteuernde Anteile aller Renten aus den 3 Schichten in einen Topf geworfen und dann mit ihrem persönlichen Steuersatz berechnet.  Wenn Ihnen nun also ein Produkt verkauft wurde, welches voll zu versteuern ist, haben sie vielleicht höhere Steuerabgaben im Alter als wenn sie nur einen Teil der geplanten Beiträge in ein gefördertes Produkt mit hohen Steuern einzahlen und ein anderer Teil in ein Produkt mit geringerer Versteuerung im Alter einzahlen.

Vielleicht planen Sie auch gar nicht bis 67 zu arbeiten, sondern möchten schon mit 63 die Altersrente beziehen. Wäre dann nicht ein Produkt aus der ersten Schicht ratsamer, weil Sie hier durch den früheren Renteneintritt die Möglichkeit auf eine niedrigere Versteuerung hätten?  Und wenn sie später mehr Steuern zu zahlen, als sie Förderungen vom Staat erhalten haben, war diese Produktauswahl rein rechnerisch betrachtet eventuell doch die falsche Wahl.

Wussten Sie denn auch, dass nur geförderte Produkte Hartz4 sicher sind? Ja auch dieser Punkt muss in die Planung ihres Ruhestandes bei der Wahl zum vermeidlich ‚richtigeren‘ Rentenprodukt angesprochen und beachtet werden. Sparen sie also mit einer privaten Rentenversicherung nur um Steuern im Alter zu vermeiden oder weil ein Berater genau aus diesem Grund dazu geraten hat, kann dies im späteren Erwerbsleben den Verlust der zustätzlichen vorsorge und trotzdem Altersarmut bedeuten.

Beantworten kann man dies nur durch komplizierte Berechnungen und Vergleiche der Schichten. Diese Berechnungen nennt man einen Schichtenvergleich. Hierbei werden die drei Rentenschichten mit den unterschiedlichen Versteuerungen verglichen und ihren Wünschen und Zielen, die Sie an Ihre Rente stellen wie z.B. flexibilitat oder Hartz4 Sicherheit, angepasst. Dies stellt aber nur einen roten Faden zur zusätzlichen Altersvorsorge dar, da sich Lebensumständige auch schnell wieder ändern können. Deshalb ist es wichtig, regelmäßig ca. alle 5 Jahre seine bisher eingeschlagenen Weg zu kontrollieren, ob dieser nocht der richtige ist.

Für eine kurze einfache Zusammenfassung, worauf es bei der richtigen Auswahl für eine passende Altersvorsorge ankommt und warum ein Schichtenvergleich zwischen den einzelnen Rentenschichten zuvor durchgeführt werden muss, habe ich für Sie sehr anschaulich die in einme kurzen 3 Min. Video zusammengefasst.

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