Märchenstunde von und mit Politikern „Es war einmal eine Riester-Rente die sich nicht lohnte“-

Ich möchte hier an dieser Stelle einmal ganz klar mit den Vorurteilen einiger Politiker wie Horst Seehofer, Sarah Wagenknecht, Gregor Gysi und der Presse aufräumen. Wiederholt wird propagandiert, dass „sich eine Riester-Rente nicht lohnt, dass man ja mind. 90 Jahre alt werden muss, um seine Beiträge zurück zu erhalten“. Aus diesem Grund sei diese Form der privaten Rente aus Sicht dieser, weiteren Politikern und einem Teil der Presse nicht lohnenswert. Schlimmer noch, die Riester-Rente soll sogar gleich ganz abgeschafft werden.

Ich kann Ihnen sagen, diese Aussagen stimmen nicht und ich werde Ihnen hier Ausschnitte meiner Studie dazu vorstellen!

Die Frage zu dieser Studie, die ich mir gestellt habe, ist folgende:

  1. Wenn ich eine Riester-Rente abschließe und Jahr für Jahr finanzielle Förderungen vom Staat dafür erhalte, wie viel dieser Förderungen verliere ich denn durch eine dann höhere Steuerlast, die mir durch eine Riester Rente später einmal entstehen wird?
  2. Und, lohnt sich eine Riester-Rente überhaupt, wenn ich mind. 90 Jahre alt werden muss, um meine Beiträge wieder zurück zu bekommen?

Damit Sie mir folgen können, vereinfache ich meine Studie hier für Sie und werde keine komplizierten Tabellen und Berechnungen aus der Studie für Sie einstellen.


Beginnen werde ich allerdings zunächst mit der 2. Frage:

Lohnt sich eine Riester-Rente überhaupt, wenn ich mind. 90 Jahre werden muss, um meine Beiträge wieder zurück zu bekommen? „So der Tenor o.g. Politiker und Verbraucherschützer“

Diese Frage stellt sich leider erst gar nicht! Eine Rentenversicherung, ob betriebliche Altersvorsorge, Riester oder Privat, ist dazu da, Ihnen eine bestimmte mtl. , bei Vertragsabschluss gemeinsam vereinbarte, Rentenleistung aufgrund des dann angesparten Kapitals im Alter zu bezahlen. So die richtigere Definition einer Rentenversicherung. Diese mtl. Rente muss gerade bei der Riester-Rente ein Leben lang garantiert und bezahlt werden. Egal ob Sie 67, 80 oder 110 Jahre alt werden. Somit wäre dieser Abschnitt direkt beendet! Sie fühlen sich jetzt zu Recht leicht verschaukelt von mir! Nein, ich habe in meiner Studie dies natürlich genauer nachgerechnet und mathematisch bewiesen, dass die Riester Rente sich eben doch lohnt, trotz Steuern im Alter und das Förderungen sowie Renditen des Vertrages zum größten Teil und selbst Ihre eigenen Beiträge, voll erhalten bleiben werden.

Kalkuliert habe ich dabei einen Single. Diesem Single habe ich nun mehrere Einkommensstufen und Kinder im Erwerbsleben zugeteilt. Vom Mindestlohn mtl. 1.360€ Brutto  bis zu einem Bruttolohn von  3.000€.
Weiterhin bin ich nun erst einmal davon ausgegangen, dass mein angespartes Kapital, was ich mit meinen Beiträgen und den staatlichen Förderungen eingezahlt habe, sich durch einer Sparanlage jährlich um 0,%, 3% und 6% verzinst.

Dann müssen Sie zunächst noch einmal kurz wissen, dass Renten seit 2005 alle versteuert werden (wie viel Steuern wo bezahlt werden müssen, spielt hier erst einmal keine Rolle) und dass die Rentensteuer mehr wird, je höher ihre Rente im Alter ausfällt.

Also fragte ich mich: Wenn ich doch nun eine Riester-Rente für´s Alter abschließe, muss ich doch auch mehr Rentensteuern bezahlen bis ich mit 90 versterben werde, als wenn ich nur die gesetzliche Rentenleistung ohne eine mtl. Riester-Rentenleistung zu versteuern hätte. Und wenn ich diese höhere Steuerlast schon bezahlen muss, wie viel von meinem erwirtschafteten Zinsgewinnen in dem Vertrag geht dann durch diese erhöhte Rentensteuer verloren? Da ich dies ja für mehrere Gehälter und auch noch bei 1 und 2 Kindern wissen wollte (sie wissen ja, höheres Renteneinkommen = höhere Steuern und so…), habe ich dieses für Sie einmal in einer Grafik vereinfacht dargestellt. (Denn dafür habe ich meiner Studie ganze 6 Tabellen verwenden müssen).R3Wir sehen also auf Basis meiner Tabellen aus der Studie, dass bei verschiedenen Einkommen im Erwerbsleben, einer erhöhten Steuerlast durch die Riester Rente von 67 bis 90 Jahren und bei unterschiedlichen jährlichen Verzinsung des Vertragsguthabens, im Durchschnitt zwischen 2,8% – 3,8% Vorteil erhalten bleiben für den Riester-Sparer. Auch Familien habe ich betrachtet. Wir erinnern uns, mehr Guthaben weil beide Partner einen Vertrag haben = höhere Steuern im Alter. Hier lag der Vorteil für Familien ohne Kinder bis zu Familie mit 2 Kindern bei 2,7%-3,4%. Wenn dann auch noch beide Partner berufstätig sind, müssen auch beide Riester Sparer 4% vom Bruttolohn sparen und nicht mehr nur ein Partner und der Andere 5€ mtl., was eine Verringerung des o.g. Vorteils um nochmals 0,2%-0,3% zur Folgte hat.

Wie kommt es dazu, obwohl ich jährlich Zinsen erhalte? Das kann ich Ihnen erklären! Zunächst ist es für diese Betrachtung der Riester-Rente egal, welchen Beitrag sie zahlen oder wie viel Förderungen Sie erhalten. Ich rechne mit dem sogenannten Mindesteigenbeitrag, wo die Förderungen zum Beitrag addiert werden. Somit bleibt der Sparbeitrag für die Riester-Rente, der sich ja dann jährlich verzinst, bei allen Lohngruppen erst einmal gleich. Nur die Höhe des Eigenbeitrages verändert sich für den Riester-Sparer, ist aber irrelevant für meine Betrachtung, da es um das erwirtschaftete Kapital geht. Weiterhin erwirtschaften sie bei unterschiedlichen Einkommen im Erwerbsleben auch unterschiedlich hohe gesetzliche Altersrenten fürs Alter. Je mehr sie verdienen, desto mehr gesetzliche Rente erhalten sie im Alter. Und genau dieser Punkt der gesetzlichen Renten im Alter, führt zu völlig unterschiedlich hohen Steuern im Alter. „Wissen Sie noch von oben? Mehr Rente = mehr Steuern in Deutschland“.
(Für den Mathematiker unter Ihnen: Ich habe die Differenz bei der gesamten Steuerlast jeweils mit und ohne Riester ermittelt, diese steuerliche Mehrbelastung in 23 Jahren von dem gesamten Kapital -also inkl. Verzinsung- abgezogen, dann wieder ins Verhältnis mit dem gesamten Guthaben gestellt und natürlich am Ende wieder durch 23 Jahre gerechnet. So blieben trotz Steuern im Alter rund 2,8% – 3.8% jährlich – bei Familien 2,7%-3,4% vom Guthaben übrig. Also weit über Ihren Beiträgen)

Negativ beeinflusst wird dieser Vorteil für die Bürger nur durch eine höhere Rendite wie z.B. mit 6% Verzinsung oder geringeren Abschluss&Produktkosten des Vertrages. Aber nicht viel, sodass trotz dieser neuen Kriterien mit der Verzinsung zur Berechnung, immer noch 2.5% – 3,5% Rendite übrig bleibt. „Sie wissen ja, höhere Steuern je mehr Rente, was durch die höhere Verzinsung passiert“.

Wir halten also einmal fest: Eine Riester-Rente ist 1. keine Sparanlage, wo man eine Rückzahlung im Alter mit x Jahren garantiert bekommt und 2., dass sich eine Riester-Rente für Bürger mit bis zu 3.500€ mtl. Bruttogehalt lohnt, weil Beiträge und sogar erwirtschaftete Zinsen nach Abzug einer Rentensteuer erhalten bleiben. Sie müssten rein rechnerisch 120-125 Jahre alt werden, bevor Ihre Zinsgewinne von der Rentensteuer aufgefressen werden und Sie dann auch Ihre Beiträge durch Steuern allmählich verlieren.


Kommen wir nun zu meiner ersten Frage:

Wenn mir eine Riester-Rente nur aufgrund von Förderungen verkauft wird, lohnt sich das denn, wenn ich im Alter Steuern bezahlen muss und wenn ja, wie viele meiner Förderungen bleiben davon übrig nach der Rentensteuer?

Auch bei dieser Betrachtung nutze ich dieselbe Systematik wie oben. Wenn ich mehr Steuern wegen einer Riester-Rente im Alter bezahlen muss, ergibt dies eine Differenz zur eigentlichen Rentensteuer. Und diese Differenz habe ich mit den gesamten erhaltenen Förderungen über 45 Jahre hinweg ins Verhältnis gesetzt. Die Förderungen sind selbstverständlich bei Kindern von mir auf gesplittet worden. Bei dem Beispielkunden habe ich seine eigene Förderung von 154€ für 45 Jahre angerechnet und für jedes Kind je 300€ für nur 21 Jahre berechnet. Sein „Sie mir aber bitte jetzt nicht böse, wenn ich wegen der angekündigten Gesetzesänderung der Grundförderung von 154€ auf 175€ mitten in meiner Studie nicht alles neu rechnen werde. Denn dies ist kaum ausschlaggebend auf den prozentualen Vorteil des Vertrages“.

Vergleich Steuervorteil Riester

Anhand des Diagramms kann man sehr schön erkennen, dass die erhaltenen Förderungen nur für einen sehr kleinen Teil von Lohngruppen einen Vorteil darstellen. Dies bedeutet aber erst einmal nichts anderes, als dass bei einem mtl. Bruttolohn um die 1.500€(+/-100€), die erhaltenen Förderungen höher sind als die gesamte Steuerlast im Alter.

Sehr schön zu erkennen ist der sogenannte Mindestlohn von 1.360€. Spart also ein Bürger, der 8,50€ /Std. Mindestlohn erhält, in eine Riester, so wird sich diese nur wegen der Förderung allein nicht lohnen. Ebenso wie für Gehälter über 1.600€. Vielmehr fressen dann sogar die Steuern im Alter nicht nur die Förderungen komplett auf, sondern vermindern auch Ihre Vertragszinsen von 6% auf durchschnittliche 3,2%.

Für einen Single mit Kindern lohnt sich eine Riester-Rente nur aufgrund der staatlichen Förderung nicht. Warum? Hier erhält der Riester-Sparer durch mehr Zulagen ein höheres Guthaben, was später zu einer höheren Versteuerung führt. Somit bleibt für diese Gruppen keine Förderung nach Abzug der Steuern übrig. Allerdings bleiben auch bei diesen Personengruppen Beiträge und Guthabenzinsen erhalten, was für den Riester-Sparer letztendlich doch einen Vorteil darstellt.

Wohlgemerkt man könnte daraus folgern, dass heutige Bruttoeinkommen zwischen 1.400€ – 1.600€ sogar die spätere Rentensteuer vom Staat bezahlt bekommen und dass bei anderen Gehältern der Staat hilft, ihre Beiträge und die angesparten Vertragszinsen im Alter zu erhalten. Durch die Förderungen!

Für die Kritiker dieser Berechnungsweise die jetzt sagen, dass man natürlich nur die volle Steuerlast betrachten darf, also die gesamte Rentensteuer auf gesetzliche Rente inkl. Riester-Rente, habe ich dies tatsächlich ebenfalls ausgewertet. Obwohl dies nicht einer 100% Tatsache entspricht. „Sie wissen ja, nur durch das Sparen in Riester müssen Sie mehr Rentensteuer bezahlen!“

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Wenn man also die gesamte Rentensteuer im Alter vom gesparten Kapital abzieht, sieht man sehr deutlich den Vorteil. Beim Riester Sparer mit heutigen Bruttoeinkommen bis zu 2.300€, bleiben immer noch die Beiträge (blauer Balken) voll erhalten (grüner Balken-Guthaben abzüglich gesamter Steuerlast).

Wenn Sie sich jetzt noch einmal den roten Balken auf den grünen vorstellen, wäre dies im übrigen die damalige Planung von Herrn Riester. Denn dieser ist nie von einer Versteuerung der Altersrenten ausgegangen, da die Riester-Rente vor dem Alterseinkünftegesetz beschlossen wurde 2001.


Fazit aus meiner, hier sehr zusammen gefassten Studie:

  • Nichts desto trotz bleibt Riestern also ein klarer „rechnerischer“ Vorteil, wenn Sie mit geringem oder gutem Einkommen gegen Altersmut vorsorgen möchten.
  • Erfüllt die Riester-Rente heutzutage noch den damaligen Zweck, die Rentensenkung um 4% auszugleichen? Ein klares Nein. Denn dies hat kein weiteres Absinken des Rentenniveaus zur Folge gehabt und hilft nicht mehr genau denjenigen, welche die Riester Rente benötigten, weil Geringverdiener sich die Riester Rente schlicht weg einfach nicht leisten können.
  • Sollte man sich nur auf eine Riester-Rente konzentrieren? Nein! Wie Sie oben schon mitbekommen haben, ist das Alterseinkünftegesetz, also die Rentensteuer, auch bei anderen Produkten anwendbar. Es gilt also bei seinem aktuellen und künftigen Gehalt zu vergleichen, welches Produkt sich im Verhältnis von erhaltener Zulage zur späteren Rentensteuer von anderen klar abhebt bzw. muss man herausfinden, wo dieses Missverhältnis am geringsten ist. Wenn z.B. bei einer Riester-Rente 20.000€ Zulagen / 35.000€ Rentensteuer zur Folge hat und bei einer betrieblichen Altersvorsorge 56.000€ Zulagen / 56.000€ Rentensteuer + SV, ist die betriebliche für Ihr Alter dann rechnerisch eindeutig die bessere Wahl.

Ich hoffe Sie konnten mir in diesem Artikel einigermaßen folgen und haben den Mehrwert einer Riester-Rente erkannt bzw. lassen sich nicht mehr ganz so schnell von der Politik und der Presse verunsichern (die im Übrigen keinerlei Ausbildung dazu genossen haben). Und leider möchte ich Sie auch vor Vermittlern, Bankern bzw. Verkäufern warnen, die eine Riester-Rente schlechter reden als diese ist. Hier können „eventuell“ eigene Interessen wie z.B. der Verkauf eines Aktienfonds mit 4-6% mtl. Kosten auf ihre Beiträge für sie nachteilig ausfallen. Nachteilig nicht, weil ein Fonds die schlechtere Altersvorsorge ist, ganz im Gegenteil! Dies ist ein hervorragendes Mittel als zusätzlicher Baustein gegen Altersarmut. Aber im Gegensatz zu einem Aktienfonds ist die Riester-Rente vor Hartz4 geschützt, während dessen Guthaben eines Aktienfonds oder Immobilienvermögen nicht davor geschützt sind. Es geht bei dem Kampf gegen Altersarmut nicht immer um die Frage, des größten finanziellen Vorteils fürs Alter, sondern auch um soziale Fragen, wie der Einkommenssicherung um alles bezahlen zu können oder ob Sie nicht eventuell durch Arbeitsverlust ihre Sparverträge wegen Hartz4 auflösen müssen.


Ob aber nun die Riester-Rente oder ein anderes staatlich gefördertes Produkt sich für Sie noch mehr lohnen würde, können Sie in einem anderen Artikel gerne nachlesen. Zulagen vs. Steuern im Alter. Was ist besser für die private Rentenvorsorge.

 

 

 

Die geplante Rentenreform 2016 von Frau Nahles

Sind Eckpunkte der geplanten Rentenreform 2016 von Frau Nahles kleine freche Wahlgeschenke, anstatt eine wirkliche Kampfansage gegen die drohende Altersarmut wie behauptet?
Diese Eckpunkte der neuen Rentenreform sind in meinen Augen kein Mittel gegen die künftige drohende Altersarmut.


Fakt ist:
Die Altersarmut ist bereits da. Nur bemerkt diese noch keiner. Das Problem wird in meinen Augen durch mehrere Punkte ausgelöst. Überwiegend durch zu niedrige Löhne. Bei einem „zu nirdrigem“ Stundenlohn von 8,50€, einer Vollzeitbeschäftigung mit einer 40 Stunden Woche die der Arbeitnehmer 45 Jahre hinweg ausübt, würde ein Rentner nur rund 650€ Rente erhalten (Mit Werten aus 2016)

Weiterhin werden Altersrenten, die durch den jahrelangen Verdienst doch höher liegen sollten, ab ca. 790€ mtl. Rente versteuert werden. Die Versteuerung der Altersrente wird allerdings erst richtig für alle Renter deutlich, wenn ab ca.2020/2025 die Höhe des Anteils der Rente steig, der zu versteuern ist. Bisher müssen aktuelle Rentner noch keine bis sehr wenige Steuern auf die gesetzliche Rentenleistung im Alter bezahlen. Das wird sich allerdings drastisch ändern. Ab 2025 sind Renteneinnahmen wie die Rentenzahlungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung mit einem Anteil von 85% zu versteuern. Dieser Anteil wächst auf 100% bis zum Jahr 2040 an.
Dabei ist es heute schon egal, ob das Sinken des Rentenniveaus, wegen zunehmend fehlenden Beitragszahlern, nun bei 48% gestoppt wird oder auf 42% sinken wird.
Ein Mensch der die Wahl zwischen 800 oder 752€ (nach Steuern) haben wird, trotz gutem Einkommen, ist es gänzlich egal wie hoch das Niveau im Endeffekt ist. Überleben kann er von beidem nicht! Deswegen sehe ich den Schritt von Frau Nahles der doppelten Haltelinie für einen Großteil der Bevölkerung als völlig irrelevant an. Dies dient allein der Stabilisierung des Rentensystems, hilft aber nicht dem betroffenen Bürger gegen Altersarmut.
Der größte Faktor wird allerdings weiterhin massiv VERSCHWIEGEN. Wenn Sie planen im Alter für 400€ einzukaufen, der Einkauf nach 20 Jahren aber plötzlich 800€ kostet.
Wenn die durchschnittliche Inflation jährlich 1,7% beträgt, Rentenin Deutschland aber nur um durchschnittlich um 0,8% steigen, werden Sie unweigerlich in die Altersarmut gezwungen, da Mieten und Lebenshaltungskosten ein wirtschaftsfaktor sind und weiter steigen!
Somit ist die Altersarmut auch der Tatsache geschuldet, das die Rente nicht an die Inflation angepasst wird, sondern an den Durchschnittslohn aller Deutschen Arbeitnehmer.

Fakt ist:
Grundsätzlich ist der Ansatz sehr wichtig und richtig, um nicht nur geringe Einkommen, sondern auch bereits mittlere Einkommenshöhen zwischen 1.600€-1.800€ Nettolohn vor Altersarmut bewahren zu können. Denn selbst diese Lohngruppen sind mittlerweile in meinen Berechnungen von der Altersarmut stark betroffen. Durch die Versteuerung rutschen auch diese Einkommen bereits jetzt schon gefährlich dicht an die Grundsicherung heran. Nun soll es einen geplanten Freibetrag für privat gesparte Renten vor der Sozialsicherung richten und vor der Altersarmut schützen. Dieser soll eine geplante Höhe von 250€ betragen.
In meinen Augen ist dieser viel zu kleinen angesetzt und berechnet. Der Freibetrag für die private Altersvorsorge soll dann zusätzlich zur Grundsicherung gelten. Hat der Rentener also mehr Geld als Einkommen im Alter, steigt somit auch die Gefahr einer plötzlichen Versteuerung an. Denn durch höhere Renteneinnahmen rutscht der Bürger mit seinem (Renten)Einkommen für das Finanzamt dann über einen Grundfreibetrag bei der Einkommenssteuer. (Ab 8.500€ Veridenst/Einkomme/Renten pro Jahr sind diese Einnhamne in Deutschland zu versteuern)

Dadurch wird der Rentner unter dem Strich also eventuell sogar weniger Altersrente zur Verfügung haben. Hier muss in meinen Augen mindestens ein Freibetrag von 40-50% der privaten Rente angesetzt werden, um sich genügend von einer Grundsicherung nach der Versteuerung der Altersrente entfernen zu können. Dazu gehören auch Mieteinnahmen von max.2 Wohnungen, die vielleicht zur Altersvorsorge dienen. (Mieteinnahmen werden im Moment noch überhaupt nicht als Altersvorsorge angesehen)

Fakt ist:
Löhne und Gehälter werden wohl höchst wahrscheinlich weiter sehr Arbeitgeberfreundlich ausgerichtet sein, was zum Nachteil Ihrer Rente ist. Durcheinen zu geringen Lohn haben Sie gar keine Möglichkeit, zusätzliche Beiträge in die Rente einzuzahlen. Pläne wie die Mütterrente oder Wahlgeschenke freiwillig länger arbeiten zu dürfen ändert nur marginal etwas daran. Ganz im Gegenteil, gehen Sie länger Arbeiten kann es sogar sein, dass Sie durch eine höhere Rente noch mehr Steuern bezahlen müssen. Warum trotz Abschlägen bei einem vorzeitigen Renteneintritt dieselbe Rente möglich sein kann, können Sie in einem weiteren sehr interessanten Blok „Warum länger Arbeiten, wenn´s mit 63 mehr Rente gibt?“ ebenfalls hier lesen.

Mein Fazit:
Hier wage ich zu sagen, dass der Rentenbeitrag sicherlich auf 20-22% steigen muss,
alle Bürger auch Politiker, Beamte und Selbstständige in die Rentenkasse einzahlen müssen, eine hohe Freigrenze für private Altersvorsorge gelten muss und die Beitragsbemessungsgrenze für Renteneinzahlungen abgeschafft werden muss, um Altersarmut nachhaltig bekämpfen und um das Rentensystem stabilisieren zu können.
Da dies aus wahltaktischen Gründen nicht passieren wird, rate ich dringend privat so vorzusorgen, dass eher die gesetzliche Rente als Zusatzbaustein zur privaten gesehen werden kann. Ansonsten nimmt man in Kauf Altersarm zu werden.
Meine Prognose liegt nach wie vor bei ca. 200-500€ Bruttobeiträgen für die Altersvorsorge inklusive einer dringend benötigten Absicherung der Arbeitskraft gegen Krankheit oder plötzliche Unfälle, wenn Altersarmut wirklich inflationsbereinigt und auch garantiert sicher privat bekämpft werden soll.